Mobile Gesundheit - Anwendungen

Durch die Möglichkeiten der neuen Technologien, sei es durch Internet, Mobiltelefone, Wearables oder auch AAL (ambient assisted living) kann sich der Umgang mit Gesundheit und Krankheit nachhaltig verändern. Viele Ansätze sind noch am Anfang ihrer Entwicklung. Andere Angebote haben sich bereits etabliert.

Die Entwicklung der nächsten Jahre verspricht viel. Was kann davon gehalten werden? Wo bestehen Chancen, wo Risiken?

Mobile Gesundheit – was ist das?

Von der WHO wird mobile Gesundheit (mHealth) als medizinische Verfahren sowie Massnahmen der privaten und öffentlichen Gesundheitsfürsorge, die durch Mobilgeräte wie Mobiltelefone, Patientenüberwachungsgeräte, persönliche digitale Assistenten (PDA) und andere drahtlos angebundene Geräte unterstützt werden, definiert (WHO: mHealth – New horizons for health through mobile technologies (2011)).

Anwendungsgebiete der mobilen Gesundheit

Gesundheitsförderung/Prävention

Ein vielversprechender Anwendungsbereich der „mobilen Gesundheit“ bietet sich im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention. Durch die weltweite rasche Verbreitung von Wissen über Gesundheit und Krankheit kann die Gesundheitskompetenz des Einzelnen gefördert werden. Dadurch kann die Entscheidung über die eigene Gesundheit besser mitgestaltet werden (Empowerment).

Mobile Gesundheit als Unterstützung für Patienten mit chronischen Erkrankungen

Zunehmend werden Gesundheits-Apps/Wearables und weitere Tools der mobilen Gesundheit auch zur Unterstützung in der Langzeitbetreuung bei chronischen Erkrankungen eingesetzt. Es profitieren Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas, Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Parkinson und vielen weiteren chronischen Krankheiten. 

Diese Anwendungen sollten in die bestehende Gesundheitsversorgung eingefügt und in Zusammenarbeit mit Hausarzt/ Spezialist angewendet werden.

Mobile Gesundheit fördert die Möglichkeit, auch im Alter zuhause bleiben zu können

Anwendungen aus dem Bereich der mobilen Gesundheit, kombiniert mit Lösungen aus dem Bereich AAL (Ambient assisted living, also altersgerechten Assistenzsystemen) fördern und unterstützen ältere Menschen in ihrem Wunsch, auch bei nachlassenden Kräften zuhause wohnen bleiben und den Alltag möglichst selbständig bewältigen zu können. Anwendungen bestehen hier z.B. im Bereich Sturzprävention/ Sturzerkennung, Medikamenteneinnahme, Gangsicherheit, Alltagsbewältigung, Sicherheit und Alarmsysteme.

Anwendungen im Bereich mobile Gesundheit

Gesundheits-Apps

Weltweit stehen Tausende von verschiedenen Gesundheits-Apps im Bereich Gesundheitsförderung/Prävention und medizinische Anwendungen zur Verfügung. Empowerment (Stärkung der eigenen Kompetenzen) steht hier im Vordergrund, denn durch eine gute Informationsbasis kann die Gesundheit gefördert werden. Risikofaktoren sollen frühzeitig erkannt und, wo möglich, die Vermeidung von Krankheiten ermöglicht werden. Ebenfalls sollen Patienten mit chronischen Erkrankungen in der Langzeittherapie unterstützt werden. Was macht in diesem Bereich Sinn? Wo muss man Vorsicht walten lassen?

Wearables

Sowohl im Bereich der Gesundheitsförderung wie auch bei der Langzeitbetreuung von Patienten mit chronischen Erkrankungen können „Wearables“ (z.B. tragbare Gegenstände, die mit eingebauten Sensoren eine bestimmte Funktion erfüllen, z.B. Smartwatch, T-Shirt, Sohle, Schuh, etc.) einen Beitrag zur Verbesserung von Behandlung und Lebensqualität liefern.

AAL (Ambient assisted living)

Für Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie ältere Menschen ergeben sich im Bereich „ambient assited living“ (altersgerechte Assistenzsysteme) neue Möglichkeiten, die Phase von Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu verlängern und  „in den eigenen 4 Wänden“ wohnen zu bleiben.